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Ortswechsel fürs Studium: Oft nur eine pragmatische Entscheidung

Viele Studieninteressierte stellen nach eigenem Bekunden die Ortswahl hinter der Fachwahl zurück. Nichtsdestotrotz ist es von Bedeutung für die Attraktivität einer Hochschule, wie der Hochschulort bei den Studieninteressierten ankommt.

Die →Leitfadeninterviews, die Viola Herrmann und Martin Winter vom →Institut für Hochschulforschung der Uni Halle mit Studierenden ostdeutscher Hochschulen und westdeutscher Herkunft durchgeführt haben, zeigen das besonders deutlich:

Es gibt unter den zuwandernden Studierenden stets auch solche, die ihren Schritt als Notlösung betrachten. Sie sind mit dem Umfeld, insbesondere der Stadt und der wahrgenommenen Mentalität der Menschen nicht zufrieden. Nach dem Studienende werden sie ihren Studienort in jedem Fall verlassen.

Dass sie zu in ihrem Familien-, Freundes- und Verwandtenkreis zu einem Studium an diesem Ort raten, ist wohl kaum zu erwarten.

Kann man die Heimat ersetzen?

Die Antwort: Ein klares Jein. Herrmann und Winter fassen die (meist nicht das Studium selbst betreffenden) Argumente für ein Studium in Heimatnähe zusammen: "Dort haben sie (die Studierenden) ihre sozialen Verbindungen, genießen die „Nestwärme“ ihrer vertrauten Umgebung und müssen für ihren Lebensunterhalt weniger bezahlen, soweit sie weiterhin bei ihren Eltern wohnen." (Herrmann / Winter 2009)

Diese Annehmlichkeiten kann eine Hochschulstadt in weiter Entfernung natürlich nicht aus dem Hut zaubern. Was aber sehr wohl möglich ist:

Alles in allem sollten sich Studieninteressierte, wenn sie erst einmal mit der Hochschule auseinander gesetzt haben, ernst genommen und willkommen fühlen. Oft ist jedoch der Schritt bis zur Erwägung der Hochschule fern der Heimat sehr groß:

Die Ergebnisse der Studie →Studieren in Ostdeutschland? bestätigen dies in Form der Cluster "Westdeutsche mit Ost-Aversion" und "Westdeutsche mit starker regionaler Identität". Die Autoren schlagen zum Abbau der Vorbehalte derjenigen mit starker regionaler Identität Maßnahmen vor, die vor allem das Image betreffen:

"Ziel sollte es sein, Mobilitätsanreize zu setzen und auch hier einen emotionalen Bezug zur Region aufzubauen, so dass diese als Studienort eher in Erwägung gezogen wird." (Beckmann / Langer 2009)

 

Literatur: Beckmann, Julia / Langer, Markus 2009. Studieren in Ostdeutschland? Eine Empirische Untersuchung der Bereitschaft zum Studium in den neuen Ländern. Gütersloh

Grönroos, Christian 2007. In Search of a New Logic for Marketing. Foundations of Contemporary Theory. Hoboken

Grönroos, Christian 2007. Service Management and Marketing. Customer Management in Service Competition. Hoboken

Herrmann, Viola / Winter, Martin 2009. Studienwahl Ost. Befragung von westdeutschen Studierenden an ostdeutschen Hochschulen. Lutherstadt Wittenberg

Michel, Stefan 2000. Fachhochschulmarketing: Ansätze und Thesen. in: Senn, Paul (Hg.). Fachhochschulmanagement auf dem praktischen Prüfstand. Gestaltung von Aufgaben und Funktionen von Fachhochschulmanagement in der Praxis-Beachtung von New Public Management (NPM). Zürich. S. 223-240

 

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→"Mein Bauch sagt Berlin": Zur Bedeutung des Images einer Stadt bei der Hochschulwahl

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