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Hochschulwebsite |
Der Begriff "Web2.0" entsteht im Jahr 2004 bei einem Brainstorming: Der irische Verleger und Software-Entwickler →Tim O'Reilly lädt in kleiner Runde zu einem Gedankenaustausch, bei dem die Geschäfts- und Kommunikationsmodelle von Firmen identifiziert werden sollen, die die "Dotcom-Blase" rund um die Jahrtausendwende gut überstanden haben. Am bedeutungsvollsten für die weitere Entwicklung des WWW hat sich von den dort definierten Kompetenzfeldern die "Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer" (Alby, 2007) erwiesen.
Die technischen Hürden, um ein Blog oder einen Podcast-Kanal zu betreiben und eigene Videos ins Netz zu stellen, sind durch die Verfügbarkeit preiswerter Hard- und Software und nahezu flächendeckende Breitbandzugänge zum Internet weitestgehend überwunden. Jede/-r kann sich zu jedem Thema mitteilen, egal ob auf selbst erstellten Seiten oder mit Beiträgen, die auf Social-Software-Plattformen eingestellt werden.
Egal ob es sich um Plattformen mit Fokus auf Videos, auf Fotos oder zur Darstellung der eigenen Linksammlung handelt, oder ob verschiedene Features auf einer Plattform zusammengefasst sind: Längst geht es im Web nicht mehr nur ums Sehen, sondern auch ums Gesehenwerden.
Dazu tragen Web2.0-Plattformen in zweierlei Hinsicht bei:
Jeder Link zur Website auf einer Plattform, besonders bei →Social-Bookmarking-Diensten, kann zur Verbesserung der Position bei den Ergebnissen von Suchmaschinen führen. Auch Blogposts erhalten →permanente Links zugewiesen.
Vor allem aber: Es bilden sich Netzwerke, in denen Informationen verbreitet und Themen diskutiert werden.
Kernelement aller Web2.0-Angebote ist es, dass Benutzer/-innen miteinander interagieren und so eine Community bilden, die auf kollektiver Identität, d.h. Gemeinsamkeiten im Selbst- und Weltverständnis aufbaut. Für Hochschulen sind etwa Communities interessant, in denen es um Studium, Ausbildung, Karriere oder auch um die Lebensqualität bestimmter Städte und Regionen geht.
Bei der Verknüpfung von Profilen in Communities als "Freund", "Buddy" oder "Fan" gibt es eine Reihe hilfreicher Instrumente:
Hochschulen können im Web2.0 besonders Öffentlichkeiten erreichen, die meist nicht aus eigenem Antrieb auf die Hochschulwebsite finden: Allgemein Multiplikatoren, die zu den Trendsettern des Web gehören. Und im Besonderen potenzielle Studieninteressierte: So wird in der →JIM-Studie 2010 festgestellt, dass 71% der 12-19-jährigen mindestens einmal tägich Soziale Netzwerke nutzen, unter den Gymnasiasten sind es sogar 73%. Die Agentur tfactory stellt fest, dass → 84 % der 14-24-jährigen ein Profil bei sozialen Netzwerken haben. Beliebteste Web2.0-Anwendungen sind der →ARD-ZDF-Onlinestudie zufolge Media-Sharing-Plattformen für Videos wie →Youtube sowie →Wikipedia.
Indem Hochschulen sich im Web2.0 präsentieren und in thematisch für sie geeignete Diskussionen einbringen, werden sie Teil der Community. Das bedeutet: Sie müssen aktuelle (und je nach Plattform multimediale) Inhalte bereitstellen sich öffnen für Fragen, Kommentare und Eindrücke, die Nutzer/-innen beitragen und auf diese gegebenenfalls zügig reagieren.
Die folgende Auflistung versteht sich als (keinesfalls Vollständigkeit reklamierende) Ideensammlung, wie eine Hochschule das Web2.0 in ihren Webauftritt einbinden kann:
Natürlich sollten die Angebote auf der Website und auf den Web2.0-Plattformen miteinander inhaltlich und konzeptionell abgestimmt sein. Im Idealfall übernehmen die Web2.0-Plattformen eine "Fütterfunktion", indem sie Neugier erzeugen, die zum Besuch der Hochschulwebsite führt. Und sie ergänzen die Texte der Website - multimedial und mit Interaktionsmöglichkeiten.
Literatur: Alby, Tom 2007. Web2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien. München
Fisch, Martin / Gscheidle, Stefan 2008. Mitmachnetz Web2.0: Rege Beteiligung nur in Communities. http://www.daserste.de/service/studie08_4.pdf
Karzauninkat, Stefan / Alby, Tom 2006. Suchmaschinenoptimierung. Professionelles Website-Marketing für besseres Ranking. München
Zerfass, Ansgar / Bogoysan, Janine 2007. Blogstudie 2007. Informationssuche im Internet - Blogs als neues Recherchetool (Ergebnisbericht). Leipzig