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Wie (nicht) vorgehen?

Drei Bedingungen möchte der hier dargestellte Vorschlag zur Evaluation erfüllen:

Zusätzlich zu funktionalen Aspekten sind Fragen zum Inhalt der Hochschulwebsite zu stellen: Deckt dieser die wichtigsten Themen von Studieninteressierten ab? Gefallen die Texte (Bilder, Videos etc.)?

Die Inhaltsanalyse einer Hochschulwebsite wäre jedoch in den meisten Fällen zu aufwändig. Außerdem soll nicht allgemein untersucht werden, was die Texte einer Hochschulwebsite aussagen. Von Interesse ist vielmehr, ob sie den Bedürfnissen der Studieninteressierten entsprechen.

Daher ist es als zielführender zu erachten, eine Methode zur Usabilty Evaluation um inhaltsbezogene Aspekte zu ergänzen.

Ebenso ist es zu vermeiden, ein persönliches Geschmacksurteil zur optischen Anmutung abzugeben. Bei der grafischen Oberfläche sollte es somit nur um eine Begutachtung der funktionalen Gesichtspunkte gehen.

Empirische vs. analytische Methoden

Florian Sarodnick und Henning Brau unterscheiden in ihrem Buch "Methoden der Usability Evaluation" zwischen analytischen und empirischen Methoden. Bei ersteren werden Informationen bei der Befragung und Beobachtung von Nutzern gewonnen. Dies ist mit erheblichem Aufwand verbunden und folglich oft nicht durchführbar.

Oft empfiehlt sich daher, die Evaluation analytisch vorzunehmen: Erfahrene Anwender versuchen, sich in die Situation eines Nutzers aus der Zielgruppe zu versetzen. Zur Bewertung stellen sie einen Kriterienkatalog auf.

Cognitive Walkthrough vs. Heuristische Evaluation

Zwei sehr etablierte Methoden der analytischen Evaluation sind →Cognitive Walkthrough und →Heuristische Evaluation. Erstere wird meistens während der Entwicklung und Implementierung einer Website durchgeführt. Die Testpersonen sollten möglichst zukünftige Anwender sein, die manchmal auf diese Weise auch den Umgang mit einem komplexen Programm lernen. Da Hochschulwebsites in der Regel eher als fertige Anwendungen zu betrachten sind, erscheinen Cognitive Walkthroughs weniger geeignet zu ihrer Evaluation.

Heuristische Evaluationen hingegen sind für bestehende Websites gut einzusetzen und gelten als unkompliziert und vor allem schnell durchführbar. Die Methode operiert mit einem Satz von Usability-Prinzipien, den sog. "Heuristiken" (griechisch "heuriskein" - finden, entdecken). SIeht man in Heuristiken Soll-Zustände von Websites, so weisen Verstöße gegen sie auf Probleme bei der Gestaltung hin.

Zur Durchführung einer heuristischen Evaluation gibt es eine Reihe von Heuristik-Sammlungen, die hier den Ausgangspunkt der Evaluationsgestaltung bilden.

 

Literatur: Nielsen, Jakob 2005. Heuristic Evaluation. http://www.useit.com/papers/heuristic/

Sarodnick, Florian / Brau, Henning 2006. Methoden der Usability Evaluation. Bern

 

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Weitere Infos
 
→Überblick über Evaluationsmethoden, bereitgestellt von Prof. Ursula Schulz, HAW Hamburg
→Anwendungsvorschläge für Cognitive Walkthroughs und Heuristische Evaluationen von Liya Zheng

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