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Hochschulwebsite |
Studieninteressierte bzw. Studierende befinden sich in ständigem Austausch mit Kommilitonen/-innen, Lehrenden und anderen Mitarbeitern/-innen der Hochschule.
Eine Ansatz zur Definition findet sich in der sozialpsychologischen Interaktionsanalyse von Kleingruppen nach Robert Bales: Demnach gelten als Interaktion "alle verbalen Äußerungen, Zeichen und Gesten [...], mit denen Mitglieder einer Gruppe aufeinander reagieren." Für Marketingzwecke spricht Grönroos allgemeiner von "jeder Art von Kontakt, zu dem es zwischen [...] Parteien kommt". Einen Hinweis auf zustande gekommenen Kontakt geben verbale Äußerungen, Zeichen und Gesten.
Innerhalb der Beziehung muss stets von einer Seite die Initiative zur Interaktion ausgehen. Also werden Interaktionen nicht nur mit Bezug auf erlebte, sondern auch auf erwartete Handlungen der Beziehungspartner/-innen vorgenommen.
Die Nordic School fasst Marketingmaßnahmen als Mittel zur Wertschaffung auf. Sie geht davon aus, dass Wert nicht durch Übereignung, sondern durch Unterstützung bei den Gebrauchs- und Konsumprozessen geschaffen wird. Dies erfordert, dass Anbieter/-innen und Kunden/-innen aufeinander reagieren. Je komplexer das Produkt oder die Dienstleistung ist, desto höher ist der Bedarf an Interaktionen.
In der Praxis des Hochschulmarketings wird of eher von Kommunikations- als von Interaktionsmaßnahmen gesprochen. Deshalb ist aufbauend auf dem Interaktionsbegriff zu klären, was unter Kommunikation verstanden werden kann.
Rusch konkretisiert den allgemeinen Bezug in der Interaktion zwischen Beziehungspartnern/-innen, indem er Kommunikation als "Orientierungsinteraktion" begreift: Die Interaktion, die sonst das Partnerverhalten durchaus als gegeben akzeptiert, geschieht mit dem Ziel der Einwirkung auf die Partner/-innen, um sie also zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen.
Die Frage ist also: Was ändert sich? Passt sich die Hochschule an die Ziele der Studieninteressierten an? Oder besteht von Anfang an die Intention, deren Handlungen in eine bestimmte Richtung zu lenken?
Vermutlich findet sowohl das Eine als auch das Andere statt. Oft ist es schwer zu entscheiden, ob eine Beziehung von Kommunikation geprägt ist oder nicht. Dies obliegt den Betrachtern/-innen der jeweiligen Situation. Die Hochschulwebsite bezeichnet Handlungen zwischen Studieninteressierten und Hochschule in der Regel als Interaktion. Denn jede Kommunikationshandlung ist gleichzeitig eine Interaktion, aber bei weitem nicht jede Interaktion hat kommunikativen Charakter.
Damit Studieninteressierte etwas über die Hochschule bzw. Region fernab ihrer Heimat erfahren, müssen sie ein attraktives Angebot erhalten: Naheliegend ist da, ihnen nicht nur einen Berg an Informationen zukommen zu lassen, den sie selbst sichten und ordnen müssen. Sondern bei der Gestaltung der Informationen auf ihre Belange einzugehen und vor allem: ins Gespräch zu kommen.
Verlaufen diese Interaktionen zur beiderseitigen Zufriedenheit, werden aus Studieninteressierten Studierende und später Alumni, die evtl. ihrerseits Studieninteressierte anwerben.
Literatur: Grönroos, Christian 2007. Service Management and Marketing. Customer Management in Service Competition.Hoboken
Gummesson, Evert 1997. Relationship Marketing: von 4P zu 30R. Landsberg / Lech
Pape, Martin 1997. Wörterbuch der Kommunikation. Neuwied