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Hochschulwebsite |
Auch wenn man sich dies meist nicht explizit vor Augen führt: Im Mittelpunkt der meisten allen Website-Evaluationen steht schlicht die Begutachtung von Pfaden, auf denen sich die User/innen auf einer bzw. zwischen unterschiedlichen Websites bewegen. Die Navigationsmöglichkeiten variieren unter anderem nach dem Website-Typen.
Navigationswege zur Informationserschließung kennzeichnen das Kerncharakteristikum des WWW: die Verbindung von Dokumenten mittels Hyperlinks. Hypertext-Dokumente können nicht nur linear von Anfang bis Ende gelesen werden. Die Zahl der möglichen Pfade, um an eine Information zu gelangen, erweitert sich mit jedem Link exponentiell - und damit auch die Anforderungen an die Informationsarchitektur einer Website, zielgruppenrelevante Informationen leicht zugänglich zu machen.
Ausgehend von Vannevar Bush's Aufsatz →"As We May Think", dem wohl zentralen theoretischen Fundament des Hypertext, kann man sich eine Hypertextstruktur analog zur Funktionsweise des menschlichen Gehirns vorstellen: als ein Gewebe von assoziativ nach Erfahrungswerten verknüpften Dokumenten.
Erst die Internettechnologie erweitert diese Vernetzung auf eine unendliche Anzahl von Dokumenten.
Zunächst müssen Nutzer/innen aus einer Fülle von Angeboten auf die Website einer Hochschule gelangen, etwa durch Empfehlungen aus ihrem Umfeld oder durch externe Hyperlinks von anderen Websites.
Als unerlässlich bei der Informationssuche haben sich Suchmaschinen (→Google, Bing etc.) erwiesen: Nutzer/innen gebrauchen sie als zielgenaue "Antwortmaschinen" (Nielsen / Loranger 2006) auf Suchanfragen, die anstelle der Bereitschaft treten, sich eingehend mit einer Website zu beschäftigen. Entsprechend wichtig ist es, dass die Hochschulwebsite eines der ersten Ergebnisse in der Suchmaschine bei gängigen Suchanfragen von Studieninteressierten ist. Hierfür sind →verschiedene Faktoren entscheidend, u.a. die Häufigkeit der Verlinkung einer Website, Titel, Überschriften und Schlüsselwörter. Auch Web2.0-Plattformen können eine Rolle bei der Verbesserung des Suchergebnisses führen.
Eine Seite, die den Erwartungen nicht entspricht, wird schnell verlassen. Der nicht sichtbare Bereich der Informationsarchitektur ist der Informationszugang durch die Suchmaschine.
Eine praktikable Unterscheidung der sichtbaren Informationsarchitektur ist nach der Funktionsweise "von oben nach unten" bzw. "von unten nach oben" (Morville / Rosenfeld 2006).
Navigationselemente zeigen Nutzern/innen einerseits, wo sie sich in der Präsenz befinden und gestatten ihnen andererseits die Navigation auf andere Seiten der Präsenz.
Die Strukturierung bedient sich assoziativer Verlinkung (d.h. Begriffe eines Textes werden mit dazu passenden Seiten verknüpft) und hierarchischer Ordnung - Gliederung der Dokumente in einer bestimmten Reihenfolge in thematisch abgestimmten Bereichen. Hierarchien sind treten im Alltag u.a. in Familien, Territorien, Gesellschaften oder auch in Büchern und Zeitschriften auf und sind daher leicht zu erfassen.
Für Studieninteressierte kann es beispielsweise vorteilhaft sein, einen Zielgruppenzugang mit allen für sie wichtigen Themen gebündelt vorzufinden.
Auch der Inhalt eines Dokuments weist Strukturmerkmale auf: Überschriften, Absätze, Grafiken, Tabellen und Fotos oder die Auswahl eingebetteter Links. Denn ein Text muss nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern auch lesbar formatiert und nachvollziehbar positioniert sein, damit er gelesen wird.
Literatur: Karzauninkat, Stefan / Alby, Tom 2006. Suchmaschinenoptimierung. Professionelles Website-Marketing für besseres Ranking. München
Morville, Peter / Rosenfeld, Louis 2006. Information Architecture for the World Wide Web. Sebastopol
Nielsen, Jakob / Loranger, Hoa 2006. Prioritizing Web Usability. Berkeley
Winkler, Hartmut 1997. As We May Think. Wiedergelesen. In: FormDiskurs Nr. 2, I 1997. Frankfurt / Main. S. 136-147