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Hochschulwebsite |
Betrachtet man die Spuren, die zu einer Hochschule im Web zu finden sind, so ist zu unterscheiden: zwischen Spuren, die von der Hochschule selbst hinterlassen werden. Und allem, was andere über die Hochschule im Web verbreiten.
Je mehr Hochschulen selbst im Web aktiv sind, desto mehr können auf ihre Wahrnehmung in der Community der Nutzer/innen Einfluss nehmen. Oder anders ausgedrückt: Geredet wird sowieso. Die Frage ist ob, über die Hochschule oder mit deren Vertretern/-innen geredet wird. Letzteres erfordert, dass Hochschulen im Web Präsenz zeigen und offen für Interaktionen sind.
Der Studie →Jugend, Information, (Multi-)Media 2009 nach nutzen immerhin 34 % der 12-19-jährigen und 47 % der 18-19-jährigen das Internet zur Suche nach Informationen für Schule und Ausbildung. Die →Sekundäranalyse des Berichts zur Situation der Studienanfänger 2007 / 08 weist aus, dass praktisch alle Studieninteressierten das Internet als Informationsquelle zur Studien- und Berufswahl genutzt und immerhin 84 % diese Suche als ertragreich empfunden haben.
Sowohl aus diesem Bericht als auch aus der CHE-Studie zu →Einflussfaktoren der Studienentscheidung (die u.a. Entscheidertypen vorstellt) geht hervor: Die Befragten messen von allen Medien dem Internet die größte Bedeutung bei.
Dennoch ist nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass zur Information vorrangig die Hochschulwebsite genutzt wird. Um bis dorthin zu gelangen, müssen Studieninteressierte ein Studium an der entsprechenden Hochschule überhaupt in Erwägung ziehen.
Studien wie die →"Studieren in Ostdeutschland" verdeutlichen: Bei Hochschulen fern der Heimat bzw. in Regionen mit Imageproblemen ist oft schon der Weg bis zur Hochschulwebsite ein weiter. Es bleibt oft dabei, dass über die Hochschule bzw. die Region gesprochen wird, ohne nach eigenen Eindrücken zu streben.
Die Konsequenz sollte nun nicht etwa sein, auf Pflege von Inhalt und Design der Website zu verzichten. Dagegen spricht allein schon die in →zahlreichen Studien belegte Online-Affinität Jugendlicher. Vielmehr stellt sich die Frage: Was kann man tun, damit Studieninteressierte auf die Website finden?
Einige Ansätze dazu werden hier auf der Hochschulwebsite diskutiert: Die Nutzung von Web2.0-Plattformen, Suchmaschinenoptimierung, das Profitieren von Multiplikatoren. Von Bedeutung sind außerdem Image-Kampagnen (meist nutzen diese das Web2.0 selbst intensiv).
Studieninteressierte kommen mit konkreten Erwartungen, wenn sie über eine Image-Kampagne oder Informationen aus einem Forum, einem Blog oder ein Image-Video auf die Website gelangen.
Diese Erwartungen sollte die Hochschulwebsite als Versprechen auffassen, das unbedingt zu erfüllen ist. Ihr kommt die Aufgabe zu, ein unverbindliches Kennenlernen hin zu einem Vertrauensverhältnis zwischen Studieninteressierten und Hochschule zu erweitern.
Literatur: Beckmann, Julia / Langer, Markus 2009. Studieren in Ostdeutschland? Eine Empirische Untersuchung der Bereitschaft zum Studium in den neuen Ländern. Gütersloh
Hachmeister, Cort-Denis / Harde, Maria / Langer, Markus 2007. Einflussfaktoren der Studienentscheidung. Eine empirische Studie von CHE und EINSTIEG. Gütersloh
Heine, Christoph / Willich, Julia / Schneider, Heidrun 2009. Informationsverhalten und Hochschulwahl in West- und Ostdeutschland. Eine Sekundäranalyse der HIS Studienanfängerbefragung des Wintersemesters 2007/08. Hannover
Kutteroff, Albrecht / Behrens, Peter / et al. 2009. JIM 2009. Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart