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Demographische Entwicklung bis 2020

Nach der →Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) von 2007 wird sich die Zahl der Studienanfänger/innen noch mindestens bis zum Jahr 2016 vergrößern. Insgesamt geht die KMK davon aus, dass im Jahr 2020 ca. 20% mehr Studierenberechtigte die Schule verlassen werden als 2005.

Dies erscheint auf den ersten Blick widersinnig, da doch die Bevölkerung in Deutschland insgesamt schrumpft.

Dem allgemeinen Trend stehen nach →Untersuchungen des →Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) jedoch drei Entwicklungen entgegen:

Den Berechnungen des CHE zufolge könnte deshalb die hohe Nachfrage nach Studienplätzen auch über 2020 hinaus bestehen.

Wer profitiert?

Ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Hochschule für Studieninteressierte ist die Heimatnähe. Hochschulen in bevölkerungsreichen Regionen ohne große Abwanderungstendenzen könnten demnach auch in fernerer Zukunft stark nachgefragt werden.

Gleichzeitig gibt es Regionen, in denen zur Kompensation des Rückgangs an Abiturienten/innen bereits jetzt erhebliche Anstrengungen notwendig sind, um Studierende von außerhalb für vorhandene Kapazitäten anzuwerben. Im Zuge des Hochschulpakts 2020 sind dazu Strategien entwickelt worden, die besonders den Hochschulen in den "neuen" Bundesländern zugute kommen. In diesen kommen zahlenmäßig schwache Jahrgänge ins Studienalter, weil es nach 1989 zu einem Einbruch der Geburtenzahlen gekommen ist.

Da die Zahl der Studienberechtigten insgesamt steigt, kann eine →Win-Win-Situation geschaffen werden: Studieninteressierte insb. aus den "alten" Bundesländern, in denen im Moment noch geburtenstarke und z.T. doppelte Abiturjahrgänge die Schule verlassen, profitieren von freien Studienplätzen in den "neuen" oder in weniger bevölkerungsreichen Regionen der "alten" Bundesländer.

Der Zuzug von Studierenden kann für Regionen ein "Sechser im Lotto" sein.

Wenn die Einwohnerzahl zurückgeht, ist das für eine Stadt in vielerlei Hinsicht ein Verlust. Die →Finanzzuweisungen des über den kommunalen Finanzausgleich sinken (dies ist übrigens der Grund, warum Studierende vielerorts für die Anmeldung des Erstwohnsitzes eine Prämie erhalten). Das Angebot an öffentlichen Leistungen muss reduziert werden. Kaufkraftverluste führen zu Schließungen von Geschäften, die Nachfrage nach Wohnraum sinkt. Das kulturelle Leben stagniert.

Die Finanzierung von →Hochschulbau und →Hochschulbetrieb ist Ländersache und damit ein Geschenk an die Kommunen. Denn Hochschulen steigern die Attraktivität einer Stadt und stellen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar: Neben ihrem Primärzweck, der Ausbildung von Studierenden, bringen sie sich als große →Arbeitgeber und kulturelle Impulsgeber ein. Studierende tragen ihrerseits mit →Kaufkraft zum Nutzen von Handel und Dienstleistungen bei. Nicht zuletzt gehen von Hochschulen →Spill-Over-Effekte für die regionale Wirtschaft aus: Absolventen/innen bieten hochquaifizierte Arbeitskraft an und gründen im besten Fall gar neue Unternehmen.

Städte und Regionen sollten ihre Hochschulen folglich dazu einsetzen, junge Menschen →zum Kommen und Bleiben anzuregen.

Ziel dieser Website

Diese Website möchte einen Beitrag zum Zustandekommen der erwähnten Win-Win-Situation leisten. Dazu werden Überlegungen angestellt, wie sich Hochschulen im Web attraktiv und glaubwürdig bei Studieninteressierten präsentieren können.

Diese Überlegungen umfassen die inhaltliche und die strukturelle Gestaltung des Webauftritts. Aktuelle Entwicklungen, Best Practices und relevante Themen des Hochschulmarketings im Web werden im Blog diskutiert.

Darüber hinaus wird ein Fragenkatalog zur Evaluation von Hochschulwebsites vorgestellt, der mittels einer heuristischen Evaluation entwickelt worden ist. Zu guter Letzt dient der schnellen, weniger eingehenden Überprüfung von Hochschulwebsites die Checkliste.

 

Literatur: Fritsch, Michael / Henning, Tobias / Slavtchev, Viktor / Steigenberger, Norbert 2008. Hochschulen als regionaler Innovationsmotor? Düsseldorf

Rohowski, Tina 2007. Der Osten lockt. http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/gesundheit/art300,2210000

 

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Weitere Infos
 
Der →Datenatlas des CHE zur regionalen Veränderung der Zahl von Studienberechtigten.
Regelmäßig aktualisierte →Prognosen zur Studienanfängerzahl des CHE
Der aktuelle Stand zum →Hochschulpakt 2020
Einen →Überblick über voraussichtliche Zu- und Abwanderungsregionen bietet die →Schader Stiftung in ihrer Studie wohn:wandel.

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