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Exzellenzinitiative - Finanzspritze für eine Republik der Dichter und Denker?

Die →Exzellenzinitiative fördert die Hochschulen in drei Bereichen:

Die erste Runde zur Kür von Eliteuniversitäten 2006 stieß nicht nur auf Zustimmung: So stellt etwa Heike Schmoll in ihrem →Leitartikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fest, dass vor allem ohnehin bei Finanzausstattung und Drittmitteleinwerbung begünstigte süddeutsche Universitäten zum Zuge gekommen seien. Außerdem hätten überwiegend Vorhaben aus den Natur- und Ingenieurswissenschaften und weniger aus den Geistes- und Sozialwissenschaften Berücksichtigung gefunden.

Mit der zweiten Runde der Exzellenzinitiative sind auch die →FU Berlin und die →Uni Göttingen zu den Elitehochschulen hinzugestoßen. Die fachliche Bandbreite und die räumliche Verteilung der →Graduiertenschulen und →Exzellenzcluster ist nun ausgewogener.

Aktuell läuft die →dritte Runde. Bis September 2010 können die Hochschulen Skizzen für neue Anträge einreichen, im März 2011 werden aus diesem Pool Kandidaten für einen umfassenden Antrag ausgesucht und im Sommer 2012 wird die Entscheidung über die Förderungsvergabe fallen. In Reaktion auf die vielfach →kritisierte Einseitigkeit der letzten beiden Runden sind nun nicht mehr nur Forschungs-, sondern auch Lehrkonzepte zur Teilnahme eingeladen.

Studieninteressierte wollen nicht an "irgendeine" Hochschule. Und Hochschulen sollten nicht "irgendjemanden" anwerben.

Die Kontroverse um die Exzellenzinitiative ergänzt die Überlegungen zum Hochschulpakt um einen wichtigen Aspekt. Ganz gleich, ob eine Hochschule aufgrund regionaler demographischer Veränderungen auf Studierende von außerhalb angewiesen ist oder nicht: Wie u.a. der ehemalige sächsiche →Ministerpräsident Georg Milbradt betont, kann keiner Hochschule daran gelegen sein nur diejenigen aufzunehmen, die anderswo aus fachlichen Gründen keinen Studienplatz erhalten haben.

Die eingangs skizzierte Win-Win-Situation ist erst geschaffen, wenn auch Hochschulen aus demographisch benachteiligten Regionen beim Wettbewerb um diejenigen Studierenden mithalten können, die ihnen für ihre Studienplätze am geeignetsten erscheinen - ganz gleich, ob diese aus der Umgebung, einem anderen Teil der Republik oder aus dem Ausland kommen.

Mit relevanten Informationen auf der Website, Vertrauensaufbau durch Interaktionen und der Erfüllung der dabei gemachten Versprechen liegt es in der Hand der Hochschulen, zu ihrer positiven Wahrnehmung beitragen.

 

Literatur: Schmoll, Heike 2006. Die Kür der Spitzenhochschulen. In: FAZ Nr. 195, 23.08.2006. S. 1. Frankfurt / Main

Warnecke, TIlmann 2010. Elite mit Problemen. http://www.zeit.de/wissen/2010-03/elite-mit-problemen?page=1

Wiarda, Jan-Martin 2007. Einsame Spitze. http://www.zeit.de/2007/15/C-Ostunis

 

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Weitere Infos
 
Die →Gewinner der ersten zwei Wettbewerbsrunden

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