Social Media Ressourcen für Hochschulen

Im Hochschulbereich ist das Bewusstsein für die Relevanz des Web2.0 und webbasierter Marketingmaßnahmen signifikant gestiegen. Das beweisen nicht zuletzt diverse Programmpunkte der letztjährigen Jahrestagung des Bundesverbands Hochschulkommunikation, die aktuellen Seminarangebote von GATE Germany sowie die Diskussionen in der XING-Gruppe Hochschulkommunikation.

Grund genug für die Hochschulwebsite, einige für Hochschulen als interessant zu erachtende Inhalte im WWW zusammenzustellen. Selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen werden nach Hinweis jederzeit eingearbeitet.

“Herausforderung Web2.0″

Im November 2010 ist die Handreichung “Herausforderung Web2.0″ erschienen, die im Auftrag der Hochschulrektorenkonferenz von Professor Dr. Joachim Metzner erstellt worden ist.

Sie schafft einen Überblick über Social Media entsprechend der Bedürfnisse für Hochschulen und damit eine exzellente Grundlage für diese Ressourcensammlung.

Die einzelnen Angebote werden zunächst in die Kategorien

  • Netzwerkplattformen,
  • Multimediaplattformen,
  • Weblogs, Microblogging und Podcasts,
  • Feed Reader,
  • Wikis,
  • Tagging- und Bewertungssysteme sowie
  • Werkzeuge zur Zusammenarbeit und Organisation

eingeordnet. Es werden stets die wichtigsten Erscheinungsformen und/oder Anbieter genannt. Die vorgestellten Plattformen und ihre Einsatzmöglichkeiten sind für viele Social-Media-Beauftragte an Hochschulen nicht neu. Dennoch kann ein solcher Überblick auch für erfahrene Anwender/-innen dienlich sein, indem Orientierung innerhalb der Vielzahl von Möglichkeiten schafft.

In nachfolgenden Schritten wird die Relevanz von Social Media Anwendungen mit Daten und Zahlen unterlegt. Besonders wichtig erscheint jedoch, dass sehr anschaulich anhand von Praxisbeispielen aufgezeigt wird, wie Hochschulen diese Angebote einsetzen und welchen Mehrwert sie dadurch erreichen können.

Etwas bedauerlich ist, dass der für die Hochschulwebsite besonders relevante Aspekt der Ansprache von Studieninteressierten über das Web2.0 im Gegensatz etwa zu den Einsatzbereichen “Lehre” und “Forschung” in Kapitel 3, “Ausblick”, keinen gesonderten Abschnitt erhält. Die Thematik wird unter 3.3, “Hochschulverwaltung und Dienstleistung”, subsumiert.

Alles in allem bietet “Herausforderung Web2.0″  einen leicht zugänglichen und zügigen Einstieg ins Thema, sofern man sich vorab schon ein wenig mit Hochschulwebauftritten beschäftigt hat – egal ob ausschließlich als Benutzer/-in oder gleichzeitig als Kommunikationsverantwortliche/-r einer Hochschule.

Vertiefende Materialien

Ausgehend hiervon gibt es noch eine ganze Menge Ressourcen zur Vertiefung verschiedener relevanter Aspekte.

Häufig tritt im Zusammenhang mit der Erwägung der Aktivität im Web2.0 bei Hochschulvertreter/-innen die Frage nach der Sicherheit auf. Für die Sicherheitsthemen Datenschutz und Anonymität sei auf den entsprechenden Abschnitt ab Seite 14 im Whitepaper “Social Media – Leben, Vernetzung, Sicherheit” des BITKOM verwiesen.

Um Unsicherheiten bei Mitarbeitern/-innen der Hochschule im Umgang mit Social Media Plattformen vorzubeugen, sind die “Social Media Guidelines” des BITKOM ein gutes Angebot. Wichtig erscheint vor allem der Hinweis, dass Mitglieder der Hochschule sich stets als solche zu verstehen geben und dabei eine klare Linie zwischen privater Meinungsäußerung und Hochschulrepräsentation zu ziehen. Dass es wenig ratsam ist, wenn sich PR-”Profis” undercover ins Web einschleichen, zeigt das Beispiel der Bahn, die über Agenturen Einträge in Online-Foren platzieren ließ.

Wer sich mit der Social-Media-Politik einer Hochschule vertiefend befassen will, erhält mit dem eBook “Social Media Policy für Non-Profit-Organisationen” von Jörg Eisfeld-Reschke, einem der Leiter des “Instituts für Kommunikation in sozialen Medien” (ikosom), und Jona Hölderle eine sehr umfassende Ressource. Von den dort aufgeworfenen 20 Fragen erscheinen besonders Frage 9 zum Thema Copyright, Frage 13 zum Thema nicht anzusprechende Bereiche im Web2.0 (Ergänzend dazu die Frage: Kann und soll es solche Bereiche überhaupt geben?), Frage 15 zur Entwicklung einer “Nettiquette” und Frage 16 nach der Verantwortlickeit für die Social Media Policy relevant.

Für die Frage, welche Web2.0-Plattformen, insb. welche Netzwerke zur Ansprache der Zielgruppe dienen, sind Quellen mit Informationen zur quantitativen Verbreitung und qualitativen Nutzung relevant.

Um einen Überblick über das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen in Deutschland zu erhalten, kommt man an der jährlichen Studie “Jugend in den Medien” (JIM) des pädagogischen Forschungsverbunds Südwest, den (N)Onliner-Atlas und die Nutzer-Typologisierungen der ARD-ZDF-Onlinestudie nicht herum.

Nutzungsstatistiken und -ziele zu den wichtigsten Social Networks stellen der “Europäische Social Media und E-Mail Monitor” und die Studie Social Media Effects dar. Speziell zu Facebook ist ein aktueller Artikel bei Meedia zu empfehlen.

Aus der laufenden Veranstaltungsreihe “Social Web – Aktuelle Trends und Einsatz für das Hochschulmarketing “  von GATE Germany ist bei Slideshare der Vortrag von Dirk Engel zum Thema “Social-Web Nutzung weltweit” zugänglich. Neben den “harten” Daten zu Social Networks erfährt man hier viel Qualitatives über das Wesen von und den Umgang mit Social Networks, insbesondere durch die WAVE-Typologie (ab Folie 59). Ab Folie 88 gibt es konkrete Handlungsanweisungen.

Über das Medium Twitter findet man diese Informationen etwa bei den “Twitter Statistics for 2010″ und in der 1. deutschen “Twitterumfrage 2009″.

Informationen zur Verbreitung von Social Networks in verschiedenen Regionen bietet diese Präsentation: Regionale Nutzung von Social Networks in Deutschland. Hier erweist sich, wie wichtig es ist, sein Einzugsgebiet zu definieren und seine Medienpräsenz an regionalen Präferenzen auszurichten: Während zum Beispiel im Norden “schuelerVZ” und “studiVZ” sehr verbreitet sind, ist im Südwesten “wer-kennt-wen” stark.

Um aktuelle Best Practices und Fragestellungen im Hochschulmarketing mit Schwerpunkt auf US-Hochschulen zu erhalten, empfiehlt sich der Higher-Education-Marketing-Newsletter von Bob Johnson.

Dann ist auf die gemeinsame Initiative Social Media Experten der HTW Dresden und der TU Dresden hinzuweisen, mit der Studierende sächsischer Hochschulen zu Web2.0-Experten gemacht werden. Zum einen findet man auf der Pinnwand der Facebook Page stets aktuelle Praxisbeispiele gelungener und weniger gelungener Social-Media-Nutzung durch Unternehmen und Institutionen. Darüber hinaus beschäftigt sich der Blog begleitend mit einigen Schwerpunktthemen, beispielsweise mit Wettbewerbsvorteilen durch die Nutzung von Social Media. Dabei werden Auszüge aus den eigens für das Projekt produzierten eLectures verwendet. Diese eLectures sind in voller Länge aktuell leider nur sächsischen Studierenden zugänglich. Sollte sich dies ändern, gibt es dazu hier im Blog eine Info.

Um die Reputation der Hochschule im Netz und die Effektivität eigener webbasierter Marketingmaßnahmen überlicken zu können, bedarf es des konstanten Monitorings. Einige Tools, mit denen der “Buzz” über die Hochschule bei Facebook, Twitter und Co erfasst und ausgewertet werden kann, stellt Jan-Hendrik Senf in dieser Präsentation vor.

Viele der Studien, die im Jahr 2010 erschienen sind und auf die hier hingewiesen wird, werden im Artikel “Der Studien-Rückblick 2010″ des ikosom vorgestellt.

Schlussendlich sei bei der Materialsammlung noch auf einen Podcast mit Oliver Gschwender vom letztjährigen Webkongress der Uni Erlangen verwiesen, der das Onlinemarketing der Uni Bayreuth verantwortet. Es berichtet also ein Praktiker über seine Arbeit, insbesondere über seine persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Plattformen.

Wie gesagt: Diese Sammlung ist nicht vollständig, sondern vielmehr ein erster Überblick. Es würde mich freuen, einen solchen Beitrag in einem Jahr wieder schreiben zu können und auf zahlreiche interessante Materialien und Veranstaltungen hinweisen zu können.

http://www.slideshare.net/dirkengel/understanding-social-media-4378971
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1 Comment

  1. Wie angekündigt, hier die Info zu den eLectures des Projekts “Social Media Communication”.
    Folgende Information habe ich von Frau Riedel vom Projektteam erhalten:
    “Wir haben jetzt die Zusage von erhalten, dass eine Teilnahme von Gaststudenten an unserer Ausbildung möglich ist. Interessierte können sich über dieses Formular anmelden: http://www.htw-dresden.de/fileadmin/userfiles/htw/docs/Studium/Antrag_Gasth.pdf
    Dieses muss an das Studentensekretariat gesendet werden. Das Studentensekretariat meldet sich dann mit einer Bestätigung und der Aufforderung zur Überweisung der Kosten (30€).”

    Ich wünsche allen Teilnehmenden viel Spaß!

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